Mit Bestürzung haben wir vom Tod unseres Sportfreundes Viktor Sydorchuk erfahren. Mit erst 66 Jahren verlässt uns ein wahrer Sportsmann. Viktor verbrachte einige Jahre beim HSV Ronneburg als Spieler und Trainer. Und vor allem auch als Freund. Der Handballsport verliert mit ihm einen großartigen Menschen!
Wir wünschen seiner Familie viel Kraft in den schweren Stunden. Herzliches Beileid.
Der 22-jährige Thüringer hat es als Handball-Torhüter schon weit gebracht. Bei der HSG Wetzlar hat er seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Erste Aktion im Tor: Ein Siebenmeter von Hans Lindberg.
Es ist etwas ruhiger geworden. Marius Göbner war im Netz präsent, ist es noch immer – aber „es ist wieder Alltag“, wie er sagt. Aber auch der muss erst einmal geplant und bewältigt sein. Der 22-Jährige studiert an der Uni Gießen Medizin und unterschrieb beim Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar seinen ersten Profivertrag.
Vertrag in der Bundesliga: Ein Traum wird wahr
„Ein Traum ist wahr geworden. Als ich so zehn war, habe ich zu meinen Eltern gesagt, ich will einmal in der Handball-Bundesliga spielen“, sagt Marius Göbner. Die Handball-Bundesliga gilt zurecht als die stärkste Liga der Welt. Stars von überall her, versuchen in der Bundesliga zu spielen.
Beim HSV Ronneburg mit dem Handball begonnen
Marius Göbner hat von Ronneburg aus seine Reise in die Welt des Handballs angetreten. Als er zehn war, nahm ihn ein Freund mit zum Training. „Zum Schluss stand noch ein Spiel auf dem Programm, aber wir hatten nur einen Torhüter und alle anderen Spieler waren schon vor mir im Tor – also wurde ich gefragt, ob ich zwischen die Pfosten gehen wolle.“
Der Anfang war gemacht und er fühlte sich wohl im Tor, fand seine Position zwischen den Pfosten. Jahre später bekam er seine Berufung ins Bundesligateam der HSG Wetzlar. Gänsehaut pur. Marius Göbner rückte in den Kader, weil sich Torhüter Nummer zwei und drei verletzt hatten. „Ich habe zwar immer darauf hingearbeitet, aber als es so weit war, kam das völlig überraschend“, erzählt er. Eigentlich steht er in Dutenhofen in der dritten Liga im Tor, im Grunde genommen die zweite Mannschaft des Bundesligisten Wetzlar. „Es war das Abschlusstraining am Freitag, da bekam ich die Nachricht, dass ich im Spiel gegen den HSV Hamburg im Aufgebot stehe – und schon während des Trainings ging die Nachricht online.“ Mittelhessen spielt Handball.
Neuigkeiten und Personalien interessieren, verbreiten sich in Windeseile. In der Partie gegen die Hamburger saß er noch auf der Bank. Doch im nächsten Spiel bei den Füchsen Berlin rückte er in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle ins Tor, als Hans Lindberg zum Punkt schritt. „Ich habe gegen Topleute im Tor gestanden, die ich sonst nur vom Fernseher kannte“, staunt Marius Göbner über sich selbst. Dass der Däne seinen Siebenmeter verwandelte, nicht die Überraschung, viele Torleute vor ihm mussten schon hinter sich greifen. Das erste Bundesligaspiel wird mir immer in Erinnerung bleiben – und es soll weitergehen.
Anfänge unter Mirko Bengs
Marius Göbner wird weiter das Tor in Dutenhofen hüten, zählt aber per Vertrag zum Bundesliga-Team. „Ich kann viel mitnehmen, viel profitieren vom Training mit der Bundesligamannschaft.“ Der junge Mann hat es schon weit gebracht. In Ronneburg bei Trainer Mirko Bengs liegen die Anfänge. Bei Helmut Netsch hat er das erste Torwarttraining in seinem Heimatverein absolviert.
Weiter ging es ins Sportinternat des SC DHfK Leipzig, von da zum Drittligisten HC Burgenland. „Eine schöne Zeit, aber ich wollte noch einmal einen Tapetenwechsel“, sagt er und schloss sich der HSG Dutenhofen an – auch ein Drittligist, aber als U23-Mannschaft der HSG Wetzlar eine andere Nummer. „Mir hat das Gesamtpaket gefallen, die professionellen Strukturen.“
Seither ist der Ostthüringer in Mittelhessen zu Hause und ist dem Zufall dankbar, der ihn einst in der Sporthalle in der Zeitzer Straße ins Tor beorderte. „Ich bin gern Torhüter“, sagt er. Als er erstmals mit dem Fuß an die Latte des Tores kam, da machte ihn das stolz. „Ein bisschen verrückt musst du schon sein, wenn du im Handballtor überleben willst, wenn die Angreifer in den Kreis springen und aus zwei Metern Entfernung den Ball mit über hundert Kilometern pro Stunde am Kopf vorbei ins Tor hämmern.“ Torhüter seien besonders, das mache für ihn auch den Reiz aus. „Du bist auf dich allein gestellt, aber du kannst der Mannschaft mit deinen Paraden helfen, das Spiel in die richtige Richtung lenken, die Spieler aufbauen.“
Und wo soll die Reise hingehen? „Ach, da habe ich mir jetzt nicht detaillierte Pläne zurechtgelegt. Wie es läuft im Sport, das lässt sich nur bedingt planen. Ich arbeite weiter hart, möchte die beste Version von mir selbst sein – mal sehen, wie weit mich das trägt.“
Stefan Koska sitzt ein letztes Mal auf der Trainerbank
Abschiedsfoto im Hexenkessel: Kreisläufer Michael Seime, Trainer Stefan Koska und Christian Lange (von links) verabschieden sich beim Thüringer Handball-Oberligisten HSV Ronneburg.
Wie das Ronneburger Handball-Urgestein das Oberligaspiel gegen den HBV 90 Jena erlebt und wie die Personalplanungen beim Handball-Oberligisten aussehen
Besonders emotional ging es am Sonnabend im Ronneburger Hexenkessel zu. Zum letzten Mal saß Stefan Koska auf der Trainerbank. In 325 Partien hatte der 64-Jährige die HSV-Sieben geführt, war mit ihr 2017 Thüringer Meister geworden. Nun ist Schluss.
Thüringenmeistertitel 2017 der größte sportliche Erfolg
Gegen den HBV Jena 90 wollte ihm sein Team zum Abschied einen Sieg schenken. Das klappte nicht ganz. In einer feurigen Partie trotzten die Gastgeber den favorisierten Saalestädtern aber zumindest ein 24:24-Unentschieden ab. „Das war nochmals ein tolles Erlebnis zum Abschied. Die Partie war enorm intensiv, ein super Handballspiel. Wir hätten gewinnen, aber auch verlieren können. Deshalb geht die Punkteteilung in Ordnung. Vor der Pause haben wir zu viele klare Bälle verworfen. Später hat uns Lukas Vlasak mit vielen tollen Paraden im Spiel gehalten. Eine Zwei-Tore-Führung konnten wir nicht behaupten. Ich bin trotzdem zufrieden“, resümierte Stefan Koska seine letzte Begegnung.
Mit acht Toren war Mirko Alexy Ronneburgs treffsicherster Werfer. Zu überzeugen wusste auch Kreisläufer Michael Seime, der sieben Treffer zum Remis beisteuerte. Den Routinier bekam die HBV-Abwehr zum Ärger von Trainer Daniel Hellwig nie richtig in den Griff.
Ronneburg hatte gut begonnen, führte nach zehn Minuten mit 4:2, verlor aber etwas den Faden. Die Jenaer ergriffen die Initiative, konnten sich jedoch nie absetzen. Dies schien nach Wiederbeginn zu gelingen. Beim 12:15 (39.) waren die Gäste auf drei Tore enteilt. Doch der HSV blieb in Schlagdistanz. Vom 18:20 (52.) bis zum 22:20 (55.) legte man einen Zwischenspurt ein. Es hatte den Anschein, als könnte man das Blatt wenden. Doch die Jenaer, die nur fünf Torschützen in ihren Reihen hatte, fanden wieder zurück. Ein Doppelschlag von Hubert Miklasz bescherte den 24:24-Gleichstand, an dem sich trotz Auszeiten beider Teams in der Schlussminute nichts mehr änderte. Neun Sekunden vor Abpfiff war Jena nochmals in Ballbesitz, brachte den siebten Feldspieler. Den Abschluss meisterte Ronneburgs Torwart Lukas Vlasak. Sein Abwurf wäre ins verwaiste HBV -Tor gesegelt, doch war die Schlusssirene schon ertönt, die Zeit abgelaufen. Es blieb beim Unentschieden.
Stefan Koska bleibt dem Ronneburger Handball treu
Stefan Koska bleibt dem Ronneburger Handball weiterhin treu, fungiert als Sportlicher Leiter und zeichnet für die Kaderplanung in der neuen Saison verantwortlich. Mit ihm beendeten Kreisläufer Michael Seime und Linkshänder Christian Lange ihre Laufbahn. Torwart Toni Hempel kehrt zu seinem Heimatverein Post SV Gera zurück. Das Traineramt übernehmen Silvio Stölzner und Christian Szlapka, die beide bereits in diesem Spieljahr an Stefan Koskas Seite standen. „Aus dem Tagesgeschäft ziehe ich mich zurück, helfe nur nochmal im aller größten Notfall aus“, verriet der scheidende Ronneburger Trainer, dessen Ehefrau Ramona nach einem Abschiedsfoto auf der Spielfläche vielsagend meinte: „Ganz ohne Handball kann er nicht!“
Ronneburger können in der Schlussphase ihre Zwei-Tore-Führung nicht behaupten
Nur knapp hat der HSV Ronneburg eine Überraschung in der Thüringer Handball-Oberliga verpasst. Im Heimspiel unterlagen die Hausherren dem derzeitigen Tabellenzweiten SG Suhl/Goldlauter knapp mit 24:25, nachdem man dreieinhalb Minuten vor Abpfiff noch mit 24:22 führte.
„Heute hat nicht das bessere Team, sondern das glücklichere gewonnen. Zum Schluss war uns das Wurfglück nicht mehr hold. Die letzten beiden Siebenmeter gegen uns waren meiner Meinung nach überharte Entscheidungen. So ist die Niederlage schon etwas ärgerlich. Wären wir in der Saison immer so aufgetreten, hätten wir viel mehr Spiele gewonnen. Auf unsere heutige Leistung können wir stolz sein“, resümiert Ronneburgs Trainer Stefan Koska.
Sein Gegenüber Manuel Müller war froh, dass die Suhler in der Schlussphase nochmals den Kopf aus der Schlinge zogen. „Der Ronneburger Hexenkessel hat heute wieder einmal seinem Namen alle Ehre gemacht. Zum Schluss hatten wir das glücklichere Ende. Wir haben viele freie Bälle verworfen und uns zu viele technische Fehler geleistet. Wir sind glücklich über den Sieg, bleiben so im Meisterschaftsrennen, wenngleich sich Mühlhausen noch einen Ausrutscher leisten muss, am letzten Spieltag aber auch noch auf den ThSV Eisenach II trifft“, urteilte Manuel Müller über den Ausgang der Begegnung.
Top-Torschütze fällt längere Zeit aus
Die Ronneburger mussten auf ihren Top-Torjäger Mirko Alexy verzichten, der aufgrund einer noch nicht genau definierten Knieverletzung in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Tomas Böhm hatte für die 1:0-Führung der Hausherren gesorgt. Bis zum 4:4 hielt der HSV die Partie offen, lief beim 5:9 aber bereits einem Vier-Tore-Rückstand hinterher.
Beim 11:14 wurden die Seiten gewechselt. In der Halbzeit wechselte die Koska-Sieben zwischen den Pfosten. Toni Hempel löste den etwas glücklosen Lukas Vlasak ab. Mit vielen guten Paraden brachte der Torwart die Gastgeber zurück ins Spiel. Schon beim 15:15 gelang durch André Stölzners verwandelten Siebenmeter der Ausgleich. Mit der frenetischen Unterstützung des Publikums im Rücken war der HSV drauf und dran, einen weiteren Heimsieg einzufahren und die Suhler geschlagen nach Hause zu schicken.
Besonders auf André Stölzner war Verlass, der sieben der acht Ronneburger Strafwürfe im Kasten unterbrachte und insgesamt zehn Treffer verbuchte. Karel Kraus war mit sechs Toren der erfolgreichste Feldtorschütze des Gastgebers. Beim 24:22 durch Steve Senff sah der HSV wie der Sieger aus.
Doch Suhl behielt den Kopf oben. Mit zwei Siebenmetern glich Nenad Mirkovic aus, ehe er bei angezeigtem Zeitspiel und nur noch einem übrigen Pass die Übersicht behielt und über den Ronneburger Block zum 24:25 ins Schwarze traf. Die Hausherren kamen nicht mehr zum Abschluss, sodass es bei der knappen Niederlage blieb. Zwei Spieltage vor Schluss ist den HSV-Handballern im 100. Jahr ihres Bestehens Rang acht nicht mehr zu nehmen.
Die erwarteten Auswärtsniederlagen mussten die Thüringer Handball-Oberligisten
HSV Ronneburg und Post SV Gera am Sonnabend hinnehmen. Die Erfolgsserie der Koska-Sieben, die zuletzt aus fünf Partien 9:1 Punkte geholt hatte, ging bei der HSG Werratal 05 zu Ende. Mit 26:33 (13:14) unterlagen die Ronneburger, wobei man die Partie lange offen gestalten konnte. Bis zum 19:20 (44.) hatten die Gäste beste Chancen, die Begegnung für sich zu entscheiden. Doch nach dem dritten vergebenen HSV-Siebenmeter durch André Stölzner und der Roten Karte für Mirko Alexy nach einer Zwistigkeit mit Werratals Rudolf Bilic war bei den Ronneburgern der Spielfaden gerissen. Die Hausherren zogen binnen weniger Minuten auf 20:27 (51.) davon. Erfolgreichster Gäste-Werfer war Karel Kraus mit neun Toren. Auch Michael Seime (5) und Tomas Böhm (4) gefielen.
Die Atmosphäre war begeisternd. 600 Zuschauer verfolgten am Sonntagnachmittag in der Panndorfhalle das Derby der Thüringer Handball-Oberliga zwischen Schlusslicht Post SV Gera und dem HSV Ronneburg.
Mit 28:20 behaupteten sich die favorisierten Gäste, die damit ihren Lauf fortsetzten und 9:1 Punkte aus den letzten fünf Partien verbuchten. Dementsprechend positiv fiel das Fazit von Gäste-Trainer Stefan Koska aus: „Jetzt geht es für uns endlich in die Richtung, in die wir wollen. Unser Auswärtssieg war nie in Gefahr, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit einen kleinen Hänger zu verkraften hatten, als Post den Rückstand zwischenzeitlich auf vier Tore verkürzen konnte. Die starke Torhüterleistung war der Garant für den Erfolg. Außerdem konnten wir gut durchwechseln.“
Trotz der klaren Niederlage hatte Post-Trainer Christian Altheide eine Steigerung seiner Mannschaft im Vergleich zum 23:25 gegen Aufbau Altenburg gesehen. „Ronneburg hat verdient gewonnen. Die individuelle Klasse hat das Derby entschieden. Überzeugt haben wir heute in Sachen Kampfeswillen. Wir haben in der Abwehr hart gearbeitet, den Gästen keine einfachen Tore erlaubt. Aber im Angriff waren wir zu verkrampft. So sind wir früh einem klaren Rückstand hinterher gelaufen. Uns hat vorn wieder einmal die Treffsicherheit gefehlt“, schätzt Altheide ein.
Der HSV Ronneburg, der einen großen und lautstark anfeuernden Anhang mit nach Gera brachte, hatte sehr konzentriert begonnen. Schnell waren die Gäste auf 7:2 enteilt. Während sich Mirko Alexy seiner Manndeckung nicht entziehen konnte und nur zwei Treffer erzielte, sprangen andere in die Bresche.
Geraer wollen auch im Abstiegsfall weiterlernen
André Stölzner fühlte sich auf vielen Positionen zu Hause, glänzte mit sieben Treffern. Karel Kraus (5), Steve Senff (4) und Christopher Eisenstein (4) standen ihm nur wenig nach. Beim 8:15 wurden die Seiten gewechselt. Beim Post SV fehlten einmal mehr die herausragenden Individualisten. Dafür präsentierte man sich als Team, verbuchte zehn verschiedene Torschützen, wobei der werdende Vater Steve Feustel sogar ohne Treffer blieb.
Nach Wiederbeginn wurden die Hausherren mutiger. Mit vier Toren in Folge verkürzte man zum 16:20. Doch als der Gäste-Anhang sofort lautstark „Kämpfen, Ronneburg! Kämpfen!“ einforderte, legte der HSV wieder eine Schippe drauf und zog durch Treffer von Steve Senff, Michael Seime und André Stölzner auf 16:24 davon. Der Acht-Tore-Abstand hielt in einer sehr fair geführten Partie mit nur sieben Zeitstrafen bis zum Schluss. „Wir werden unseren Weg weitergehen, auch wenn wir wieder absteigen müssen. Wir lernen von Woche zu Woche. Das wird sich in Zukunft auszahlen“, blickt Post-Trainer Christian Altheide voraus.
Die Punktspiele fortsetzen werden beide Mannschaften am 13. April mit Auswärtsspielen, wenn Ronneburg bei der HSG Werratal 05 und Post Gera beim ThSV Eisenach II gastiert.
Auch der Tabellenvierte Goldbach/Hochheim muss sich im Hexenkessel mit 25:28 geschlagen geben – Vorfreude auf das Derby bei Post Gera
Der HSV Ronneburg bleibt in der Thüringer Handball-Oberliga in der Erfolgsspur. Auch im vierten Spiel hintereinander blieb die Koska-Sieben unbezwungen und gewann gegen den Tabellenvierten SV Blau-Weiß Goldbach/Hochheim mit 28:25.
Selbstvertrauen ist bei den Ronnburgern zurück
„Aus den letzten vier Partien haben wir 7:1 Punkte geholt. Das Selbstvertrauen ist wieder da. Auch heute haben wir sehr gut begonnen, dann unseren Vorsprung in die Halbzeit gerettet, ehe wir in der zweiten Hälfte konstanter waren und Goldbach immer auf Distanz halten konnten“, zog HSV-Trainer Stefan Koska Bilanz. Bestnoten verteilte er an Mirko Alexy, der mit 13 Treffern der mit Abstand beste Ronneburger Werfer war, sowie an Schlussmann Toni Hempel, der seine wohl beste Leistung im HSV-Tor zeigte und den Gäste-Angreifern in der zweiten Hälfte sehr zur Freude des begeisterten Publikums reihenweise freie Bälle abkaufte.
Goldbach-Coach Maic Sadewasser resümierte: „Wir konnten die Reise hierher nur mit einem sehr kleinen Kader antreten. In der Abwehr waren wir nicht so konstant wie zuletzt. Sieben Tore Rückstand in der ersten Hälfte waren eine Hypothek, die am Ende zu groß war. Der Wille war da. Wir haben uns als Mannschaft präsentiert. Das hat aber nicht gereicht, auch weil die Zuschauer in der Halle sich angehört haben, als wären es 3000.“
Die Anfangsphase gehörte den Hausherren, die schon auf 5:0 enteilt waren, bevor die Goldbacher nach knapp neuneinhalb Minuten überhaupt zum ersten Mal trafen. Beim 12:5 (20.) betrug der Vorsprung sogar sieben Tore. Doch dann stellten die Ronneburger wie schon gegen Behringen/Sonneborn kurzfristig das Handballspielen ein. Ein 14:12 retteten sie in die Halbzeit, kassierten kurz nach Wiederbeginn gar den Anschlusstreffer.
Vorfreude auf das Derby bei Post Gera
Doch ab da ging es wieder aufwärts. Beim 25:21 (49.) parierte Toni Hempel zweimal binnen weniger Sekunden erst gegen Julian Rothhämel und dann gegen den Nachwurf von Daniel Bohrt. Die Ronneburger agierten nicht fehlerfrei, doch konnte Goldbach auch aufgrund mangelnder personeller Alternativen daraus kein Kapital schlagen. Mehr als drei Wechselspieler standen nicht zur Verfügung. Die schnelle Rückwärtsbewegung der Hausherren erschwerte den Westthüringern zudem, mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Karel Kraus zum 27:24 (58.) und Michael Seime zum 28:24 (59.) machten den Sack schließlich zu. „Jetzt freuen wir uns auf das Derby bei Post Gera. Den Schwung von heute wollen wir in die Panndorfhalle mitnehmen“, sagte Stefan Koska.
Tomas Böhm (rechts) erzielt einen seiner fünf Treffer. Die Behringer Arno Franz Jakob und Marcus Baumgarten können nur hinterherschauen.
Ronneburgs Handball-Trainer Stefan Koska atmet auf
So erleichtert war Ronneburgs Trainer Stefan Koska nach einem Heimspiel schon lange nicht mehr. „Jetzt können wir etwas Luft holen. Mit fünf Punkten aus den letzten drei Partien haben wir uns aus dem Tabellenkeller befreit und bewiesen, dass wir das Handballspielen nicht verlernt haben. Heute hatten wir nach der ersten Viertelstunde der ersten Hälfte eine Schwächephase. Nach dem Seitenwechsel haben wir dann durchgezogen“, analysierte der HSV-Coach den 27:18 (12:10)-Heimerfolg gegen den Tabellenzehnten SV T&C Behringen/Sonneborn. Besonders lobte er die starke Leistung von Torwart Toni Hempel nach der Pause und die beiden Tschechen Karel Kraus und Tomas Böhm. Während Kraus mit acht Treffern bester Ronneburger Werfer war, überzeugte auch Böhm mit fünf Toren.
Blitzstart für die Gastgeber
Der Gastgeber hatte einen Blitzstart erwischt und führte schnell mit 6:1 (12.). Doch in der Folge stellte man das Handballspielen ein. Beim 11:10 (30.) waren die Westthüringer wieder dran und die Begegnung offen. Nach Wiederbeginn legten die Ronneburger eine Schippe drauf. Behringen/Sonneborn kam kaum zu Abschlüssen, so dass die Hausherren immer wieder zu leichten Kontertoren kamen und beim 18:11 (40.) schon eine Vorentscheidung erzwungen hatten. Anbrennen ließ der HSV nichts mehr und geht nun zuversichtlich an die kommenden Aufgaben zu Hause gegen Goldbach/Hochheim und beim Post SV Gera.
„Durch die letzten Erfolgserlebnisse ist das Selbstvertrauen wieder zurück. Unser Punktekonto wird noch einigen Zuwachs erhalten“, blickte Stefan Koska voraus.
Held der letzten Sekunde: Karel Kraus erkämpft Remis für Ronneburg
Der Thüringer Handball-Oberligist HSV Ronneburg hat für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Beim Tabellenführer VfB 09 Mühlhausen holte die Koska-Sieben in letzter Sekunde ein 22:22-Unentschieden.
Karel Kraus behielt die Nerven und brachte den Ball praktisch mit der Schlusssirene im Kasten unter. Schon im Vorjahr hatten die Ronneburger in Mühlhausen einen Punkt geholt (24:24).
„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die nie aufgegeben und immer an sich geglaubt hat“, freute sich der zum HSV-Trainerstab gehörende Silvio Stölzner, der ein Sonderlob an Torwart Lukas Vlasak verteilte, der mit 13 gehaltenen Bällen maßgeblich zum Punktgewinn beitrug.
Ronneburg blieb das ganze Spiel an Mühlhausen dran
Die Ronneburger hatten einen Blitzstart erwischt und führten schnell mit 3:0 (5.). Beim 6:6 (16.) war der Spitzenreiter dran. Anschließend konnte sich bis zur Pause keine Mannschaft absetzen. Mit einem 11:11 ging es in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn ergriffen die sehr ausgeglichen besetzten Hausherren die Initiative, die sich dennoch ungewohnt viele Fehler erlaubten. Auf mehr als zwei Tore ließen die Gäste die Mühlhäuser nicht enteilen.
Viele unklare Schiedsrichterentscheidungen ließen nur selten einen richtigen Spielfluss aufkommen. Beim Stand von 20:22 (55.) gaben sich die Ronneburger, die im neunfachen Torschützen Mirko Alexy wieder einmal ihren treffsichersten Werfer hatten, nicht geschlagen. Michael Seime gelang vom Kreis der Anschluss (59.), ehe Karel Kraus wie schon vor Jahresfrist an gleicher Stelle kurz vor Abpfiff den Ausgleich markierte.
Neun Tore erzielt Ronneburgs Mirko Alexy bei Spitzenreiter Mühlhausen.
Ronneburgs Karel Kraus (rechts) weiß mit elf Treffern zu überzeugen und lässt Weimars Torwart Christian Albrecht keine Abwehrchance.
Wie es der Mannschaft von Trainer Stefan Koska gelingt, den Tabellensechsten HSV Weimar zu deklassieren
Ausgelassen feierten die Oberliga-Handballer des HSV Ronneburg nach dem Abpfiff der Partie gegen den HSV Weimar ihren 37:25-Kantersieg gegen den Tabellensechsten. Verständlich, lag doch der letzte Ronneburger Saisonerfolg schon mehr als drei Monate zurück. Diesmal ließen die Hausherren nichts anbrennen, überzeugten von der ersten Minute an und glänzten phasenweise wie in alten Zeiten.
Neues System in der Abwehr trägt Früchte
„Zum ersten Mal in diesem Spieljahr hatte ich bis auf Silvio Stölzner den kompletten Kader zur Verfügung. Das macht sich natürlich bemerkbar. Unser neues System in der Abwehr hat Weimar zu Beginn viele Probleme bereitet. Auch in den zehn Minuten nach der Halbzeit sind wir diesmal nicht eingebrochen, sondern haben unser hohes Tempo fortgeführt. Im Tor hat Toni Hempel heute eine ganz starke Leistung abgeliefert. Auch Steve Senff hat seine aufsteigende Form unter Beweis gestellt“, urteilte HSV-Trainer Stefan Koska nach dem Abpfiff.
Sein Weimarer Gegenüber André Heerwald hatte für die klare Niederlage eine einfache Erklärung: „Schon die letzten Begegnungen hatten wir einige Ausfälle zu beklagen, so dass auch heute wieder drei, vier Spieler aus der Zweiten ausgeholfen haben. Von Anfang an haben wir keinen Zugriff aus das Spiel bekommen, haben uns zu viele technische Fehler geleistet. Zudem hatten die Ronneburger Torhüter einen guten Tag erwischt. In der Abwehr standen wir zu passiv. Angesichts des Fünf-Tore-Rückstands zur Pause war es vom Kopf her schwer, sich noch einmal energisch zu wehren, weshalb der Gastgeber-Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung geht.“
Mirko Alexy und Karel Kraus treffen jeder elfmal
Mit den beiden elffachen Torschützen Mirko Alexy und Karel Kraus hatten die Ronneburger zwei überragende Torgaranten in ihren Reihen, so dass man die Fußverletzung von Christopher Eisenstein problemlos überspielen konnte. Die Hausherren erwischten einen Auftakt nach Maß, führten schnell mit 4:1 (5.) und 9:4 (13.) und verteidigten den Fünf-Tore-Vorsprung bis zur Halbzeit – 18:13 (30.). Auch in der zweiten Hälfte ließ die Koska-Sieben nicht nach. Insgesamt neun Spieler kamen zu Torschützenehren. Das zuletzt verloren geglaubte Selbstvertrauen war wieder zurück. Bestes Beispiel dafür war der Treffer von Karel Kraus zum 37:25-Endstand, den dieser Sekunden vor Abpfiff mit einem Gewaltwurf aus zwölf Metern erzielte und sich anschließend zurecht feiern ließ.
Jeder kam zu seinen Einsatzzeiten. Das Wir-Gefühl war bei jeder Aktion zu spüren. Alle agierten mannschaftsdienlich. „In Mühlhausen wird es schwer. Aber dann wollen wir gegen Behringen/Sonneborn und Goldbach zu Hause nachlegen und beweisen, dass wir besser sind als unser Tabellenplatz“, blickte Ronneburgs Trainer Stefan Koska voraus.