Zum fünften Mal hinter einander haben die Handballer des HSV Ronneburg in der Thüringer Oberliga verloren. Nach der 30:36- Pleite beim Tabellendritten Blau-Weiß Goldbach/Hochheim fielen die Gäste auf Rang elf zurück. Trainer Stefan Koska musste auf den erkrankten Tschechen Karel Kraus verzichten. Auch der am Ellenbogen verletzte Mirko Alexy war nur sporadisch einsetzbar. Dafür sprangen andere Spieler in die Bresche. Jeweils als siebenfache Torschützen konnten sich Christopher Eisenstein, Andre Stölzner und Kreisläufer Konrad Steppeler auszeichnen. Zudem war nach vierjähriger Handball-Pause Steve Senff wieder ins Ronneburger Team zu rückgekehrt. Er trug sich zweimal in die Torschützenliste ein.
Dennoch reichte es nicht für den HSV, der mit dem Tempo-Handball der Hausherren nur in der Anfangsphase mithalten konnte. Über die Stationen 7:12 (14.) und 14:21 (29.) enteilten die enorm ausgeglichen besetzten Goldbacher zwischenzeitlich bis auf 18:30 (44.). Zum Glück für die Ronneburger steckten die Blau-Weißen in der Schlussphase zwei Gänge zurück, wodurch die nie aufgebenden Gäste bis auf fünf Tore verkürzen konnten.
Am Samstag steigt das Heimderby gegen den Post SV Gera. „,Darauf freuen wir uns, auch wenn es sich um ein Kellerduell handelt“, blickt Stefan Koska voraus.
Beste Ronneburger Saisonleistung reicht nicht für Teilerfolg
Warum elf Tore von Mirko Alexy nicht reichen, um gegen Spitzenreiter Mühlhausen etwas zu holen
Trotz großer Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Auftritten stand Handball-Oberligist HSV Ronneburg auch am Sonnabend nach umkämpften 60 Minuten mit leeren Händen da. Gegen Tabellenführer VfB TM Mühlhausen 09 zog die Koska-Sieben mit 23:25 den Kürzeren.
„Wenn man unten steht in der Tabelle, dann verliert man solche Partien. Kämpferisch haben wir eine große Leistung abgeliefert, auf der wir aufbauen können. Die Truppe ist intakt – das hat jeder gesehen. Am Ende haben wir im Angriff etwas die Linie verloren, was auch an der nachlassenden Kraft gelegen hat. Wir haben alles versucht. Es hat nicht ganz gereicht“, äußerte sich Ronneburgs Trainer Stefan Koska.
Mühlhausens Thomas Walther, der den erkrankten Trainer Karsten Knöfler vertrat, freute sich über den Ausgang der Begegnung: „Hier ist es immer schwer zu gewinnen. Nach den letzten Ronneburger Niederlagen war es für uns schwerer als erwartet. Wir haben den Gegner sicherlich etwas unterschätzt, sind aber nach einem Fünf-Tore-Rückstand wieder zurück gekommen. In den letzten 20 Minuten war unsere Abwehrleistung gigantisch, weshalb der Auswärtserfolg auch in Ordnung geht.“
Erst sechs Minuten vor Abpfiff lag Ronneburg erstmals zurück – 20:21 (54.). Tomas Böhm traf nochmals zum 21:21 genau ins Dreiangel (57.). Auch auf den elffachen Torschützen Mirko Alexy hatten sich die Mühlhäuser mittlerweile eingestellt. Markus Lentzko, Konstantin Fick und Moritz Rahn ließen die Gäste auf 24:21 enteilen.
Text: Jens Lohse
Elf Tore von Ronneburgs Mirko Alexy (am Ball) reichen nicht, um gegen Spitzenreiter VfB 09 Mühlhausen zu punkten. Foto: Jens Lohse
Warum die Ronneburger beim HSV Weimar trotz großer Gegenwehr letztlich doch unterliegen.
Zum zweiten Mal in Folge hat der HSV Ronneburg in der Thüringer Handball-Oberliga beim HSV Weimar den Kürzeren gezogen. Nach der 28:31-Niederlage in der Vorsaison hieß es in der Asbach-Sporthalle diesmal 31:33.
„Hinten raus war es eine Kraftfrage. Die personellen Alternativen auf der Bank haben gefehlt. Weimar hat sich gut verstärkt. Unmittelbar nach der Halbzeit haben wir zu viel liegengelassen. Fünf Fehlwürfe und vier technische Fehler binnen kurzer Zeit – das lässt sich derzeit nicht kompensieren“, urteilt Ronneburgs Trainer Stefan Koska, für dessen Team es damit wohl in den Kampf um den Klassenerhalt geht.
Denn die nächsten Gegner werden mit Spitzenreiter Mühlhausen und Goldbach/Hochheim nicht einfacher. In Weimar hatten die Ronneburger auf André Stölzner und Michael Seime verzichten müssen.
Nach einem ausgeglichenen Start mit fünf Gleichständen bis zum 5:5 bekamen die Gäste etwas Oberwasser und konnten auf 10:7 und 15:12 enteilen. Die Hausherren hielten allerdings dagegen und konnte durch drei Treffer in Folge unmittelbar vor der Pause zum 15:15 egalisieren, ehe Christian Lange für die knappe 16:15-Halbzeitführung der Ronneburger verantwortlich zeichnete.
Probleme mit Weimars Top-Torschützen
Die Gäste hatten große Probleme, Weimars Top-Torschützen Elmar Begand in den Griff zu bekommen. Unter dessen elf Treffern waren allerdings auch fünf verwandelte Siebenmeter.
Das Torewerfen war bei den Gastgebern auf viele Schultern verteilt. Auch der aus Jena gekommene Hafid Khairi Abuamoud (6), Moritz Kügler (5) und Maximilian Hecht (5) trumpften auf. Bei den Ronneburgern lastete diese Bürde einmal mehr auf Mirko Alexy und dem Tschechen Karel Kraus.
Alexy ragte mit elf Toren heraus. während Karel Kraus sieben Treffer gelangen. Nach Wiederbeginn schien zunächst Weimar das Kommando zu übernehmen. Aber selbst von einem Drei-Tore-Rückstand beim 19:22 ließen sich die Gäste nicht beeindrucken. Man kam wieder heran.
Als vom 23:24 bis zum 27:24 durch Tomas Böhm (2), Mirko Alexy und Christian Lange vier Treffer in Folge gelangen, schien der erste Ronneburger Auswärtssieg der Saison möglich. Doch es kam anders.
„In dieser Phase waren wir nicht clever genug. Hinzukamen einige umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen“, hadert Gäste-Trainer Koska, dessen Team kämpferisch alles gab. Beim 28:28 war alles wieder gleichauf. Die größere Endgeschwindigkeit hatten die Weimarer, die 19 Sekunden vor Schluss durch Maximilian Hechts 33:31 alles klar machten.
Gute Handball-Kost zum 32. Handball-Fan-Turnier des HSV Ronneburg
Am Freitag, dem 01.12. und Sonnabend, dem 02.12.2023 nahmen die Handball-Fans die Ronneburger Sporthalle wieder einmal in ihren Besitz. In diesem Jahr fand nun schon das 32. Fan-Turnier bei den Männern statt. Dieses Traditions-Turnier gestaltete sich im Ronneburger „Hexenkessel“ erneut zu einer guten Werbung für den Handballsport in unserer Stadt Ronneburg und fand bei den „Freizeit-Hand-ballern“ und Zuschauern gleichermaßen Anerkennung. Im Vorfeld hatte Organisator Dieter Wolf erneut die Fäden gezogen und letztlich alles gut auf die Reihe gebracht. Acht Mannschaften standen bei den Männern und drei Mannschaften bei den Frauen auf dem „Papier“ und man konnte gespannt sein, ob auch alle gemeldeten Mannschaften am Turnier teilnehmen werden. Freitag, kurz vor Turnierbeginn, stand fest, dass sieben Mannschaften um den begehrten Pokal spielen werden. Red Supporter aus Glauchau hatte kurzfristig seine Teilnahme krankheitsbedingt absagen müssen. Trotzdem wurde auch in diesem Jahr wieder in zwei Staffeln gespielt. Die Auslosung ergab folgende Zusammensetzung: In der Staffel 1 spielten „Neuling“ De`Oertels, ZHC Grubenlampe Zwickau und die Edeltechniker. In der Staffel 2 trafen De`Holzgeschnitzten, Clan der Haldenländer, Vorjahressieger Hartsuff Hornets und Dynamo Moskau aufeinander.
Nach acht Jahren Abstinenz (letztes Turnier 2015) nahmen in diesem Jahr wieder drei Frauenmannschaften teil. Die Ronneburger Happy Hippo`s, Dauerrivale TSG Concordia Reudnitz und „Neuling“ Torminatorinnen spielten um den Turniersieg bei den Frauen.
Doch zurück zu den Männern. In der Staffel 1 dominierten die Zwickauer mit zwei Siegen gegen De`Oertels (4:2) und die Edeltechniker (7:6). Spannend ging es dann im Spiel der Edeltechniker gegen De`Oertels zu. Mit dem Schlusspfiff konnten die „Neulinge“ De`Oertels einen 4:3 Sieg für sich verbuchen. Dies war zugleich der Einzug ins Halbfinale.
In der Staffel 2 bestimmten Vorjahressieger Hartsuff Hornets die Szenerie auf dem Hallenbelag. Sie gewannen ihre Spiele gegen Dynamo Moskau mit 5:3 und den Clan der Haldenländer mit 7:6. Lediglich im Spiel gegen De`Holzgeschnitzten ließ man mit einem 5:5 einen Punkt liegen. Im Nachhinein gesehen, war dieser Punkt für De`Holzgeschnitzten besonders wichtig, denn damit sicherte man sich Platz 2 und den Einzug ins Halbfinale. Mit 3:3 Punkten belegten die Haldenländer, die gegen De`Holzgeschnitzten 5:5 und gegen Dynamo Moskau 9:4 spielten den dritten Platz. Dynamo Moskau belegte mit 0:6 Punkten Platz vier.
Auch die Frauen griffen an diesem Freitag Abend mit ins Geschehen ein. Die Happy Hippo`s gewannen ihre Spiele gegen die „Neulinge“ Torminatorinnen mit 6:2 und gegen die TSG Concordia Reudnitz mit 6:4. Die Torminatorinnen mussten an diesem Abend „Lehrgeld zahlen“ und verloren auch ihr Spiel gegen Reudnitz mit 4:6.
Um Mitternacht fand der erste Turniertag seinen Abschluss. Zwölf spannende und gute Handballspiele standen zu Buche und man konnte gespannt sein, wie am darauffolgenden Samstag das Turnier seinen Fortgang findet.
Zunächst standen die Halbfinal`s auf der Tagesordnung. De`Holzgeschnitzten trafen auf den ZHC Grubenlampe Zwickau und gewannen mit 9:6. Vorjahressieger Hartsuff Hornets hatten sich im Anschluss mit De`Oertels auseinanderzusetzen. Am Ende stand ein 11:6 für die Hornets zu Buche. Ein Spannendes Finale stand somit bevor. Vorerst aber mussten die Platzierungen 5 bis 7 ausgespielt werden. Dies erfolgte in einem Dreier-Turnier zwischen den Mannschaften Edeltechniker, Clan der Haldenländer und Dynamo Moskau. Die Edeltechniker gewannen beide Spiele (6:5 gegen Dynamo Moskau und 9:4 gegen Clan der Haldenländer) und die Haldenländer waren letztlich mit 9:4 gegen Dynamo Moskau erfolgreich.
Im Spiel um Platz 3 setzte sich der ZHC Grubenlampe mit 3:2 gegen De`Oertels durch.
Spannend sollte es im Finale werden. Sowohl De`Holzgeschnitzten aber auch Hartsuff Hornets nahmen für sich in Anspruch, auf jeden Fall Pokalsieger zu werden. Doch irgendwie war bei den Hornets die Luft raus, so dass De`Holzgeschnitzten recht eindeutig mit 5:1 gewannen und diesjähriger Pokalsieger wurden. Dazu herzlichen Glückwunsch.
Aber auch die Frauen zeigten an diesem Samstag noch einmal ihr Können, wobei die Happy Hippo`s und die Torminatorinnen durch den Ausfall von Reudnitz (konnten am Samstag nicht anreisen) zwei Spiele austrugen. Einmal gewannen die Happy Hippos mit 8:2 und einmal mit 7:4 gegen die Torminatorinnen. Am Ende wurden die Happy Hippo`s vor den Torminatorinnen und der TSG Concordia Reudnitz Turniersieger.
Einig war man sich im Nachhinein, es war wieder ein gutes und faires Turnier, mit guter Handballkost.
Dafür sorgten die Organisatoren und Helfer hinter den Kulissen ebenso wie die Schiedsrichter (Helge Mühlstein, Nils Rensch, Leif Pöhnitzsch und Torsten Dresp) sowie Katja, Sandra und Raika am Kampfgericht. Ein besonderes Lob gilt dem „Senior“ und „Macher“ des Fan – Turnier`s, Sportfreund Dieter Wolf.
Damit reihte sich dieses 32. Handball-Fan-Turnier würdig ein, in die Vorbereitung „100 Jahre Handball in Ronneburg“ im Jahr 2024.
All das ist nun schon wieder Geschichte und man kann gespannt sein, wie es im kommenden Jahr weitergeht.
Ronneburger Hexenkessel hat seinen Schrecken verloren
Warum es im Derby gegen Ziegelheim für den HSV Ronneburg nichts zu holen gab und sogar fast ein Debakel drohte.
Neue Saison – alte Probleme. Der Ronneburger Hexenkessel hat für die Konkurrenz seinen Schrecken verloren. Zum zweiten Mal infolge behauptete sich der LSV Ziegelheim beim HSV Ronneburg, nachdem man zuvor fast zwölf Jahre auf einen Erfolg im Derby hatten warten müssen. War die Niederlage der Ronneburger im März mit 20:21 noch recht knapp ausgefallen, stand diesmal nach 60 Minuten ein 31:36 auf der Anzeigetafel, mit dem die Koska-Sieben noch gut bedient war. Zwischenzeitlich waren die Ziegelheimer schon auf zehn Tore enteilt.
„Ronneburg wird langsam unser Lieblingsgegner. Das war eine super Vorstellung von meiner Mannschaft. Schon letzte Woche gegen Goldbach hätten wir gewinnen müssen. Heute haben wir uns belohnt. Die junge Mannschaft mit ganz vielen Eigengewächsen wird von Jahr zu Jahr besser. Viele spielen jetzt im dritten Jahr in der Thüringenliga. Da wissen sie mittlerweile, was sie tun müssen, um Tore zu erzielen oder auch zu verhindern“, strahlte Gäste-Trainer Patrick Jahn, der selbst von der Leistung seiner Mannschaft überrascht war.
Richtig enttäuscht war hingegen Ronneburgs Coach Stefan Koska. „Wir haben in der Deckung einfach keinen Zugriff bekommen. Alle Wechsel haben nicht gefruchtet. Vorn haben wir viel zu schnell abgeschlossen, einfach oft undiszipliniert agiert. Ziegelheim stand mit seiner 6:0-Deckung am Kreis und uns ist nichts eingefallen. Das war eine bittere Lektion. Ich dachte, wir wären schon weiter“, äußerte sich der Meistertrainer von 2017 fast schon ratlos.
Ronneburg lag nicht einmal vorne
Nicht einmal im Spiel lagen die Ronneburger vorn. Ziegelheim spielte von Anbeginn mutig auf. Insbesondere die jungen Rückraumwerfer Collin Köblitz (12 Tore) und Max Harles (6) waren von der löchrigen HSV-Abwehr, die ihre Torhüter Lukas Vlasak und Toni Hempel im Stich ließ, nicht zu halten. Den 3:7-Rückstand (12.) konnten die Hausherren zwar bis zum 8:8 (17.) egalisieren, doch eine Wende im Spiel bedeutete dieser Zwischenspurt nicht. Denn immer wenn die Ronneburger am Gegner dran schienen, zog der mit gütiger Mithilfe des Gastgebers wieder davon. Bestes Beispiel: 18 Sekunden vor der Pause verkürzte Tomas Böhm auf 15:16. Doch wieder stimmte das Rückzugsverhalten nicht. Mit der schnellen Mitte traf Ronny Wunderlich für Ziegelheim. Der nächste Ronneburger Risiko-Pass kam nicht an und führte zu einem weiteren Konter, den Collin Köblitz mit dem 15:18 abschloss (30.). Statt mit einem Rückstand von einem Tor in die Halbzeit zu gehen, waren es schon wieder drei.
Bei den Ronneburgern überzeugte einzig Kreisläufer Konrad Steppeler mit zehn Treffern. Die zuletzt hochgelobten Karel Kraus (3) und Mirko Alexy (6) warteten mit unterirdischen Wurfquoten auf. So war für den HSV nichts zu holen, der beim 21:31 (50.) auf ein Debakel zusteuerte, dann in vermeintlich aussichtsloser Lage den Rückstand zumindest noch halbieren konnte. In den drei Wochen Pause bis zum nächsten Auftritt dürfte es bei den Ronneburgern viel Gesprächsbedarf geben.
Handball-Oberliga: 21 Fehlwürfe im Hexenkessel werden den Altenburgern zum Saisonstart zum Verhängnis.
Der HSV Ronneburg ist erfolgreich in die Saison der Thüringer Handball-Oberliga gestartet. Im heimischen Hexenkessel gab die Koska-Sieben dem SV Aufbau Altenburg mit 32:27 (19:13) das Nachsehen. „Den Start haben wir etwas verschlafen. Was wir dann aber zwischen der 16. und 30. Minute geboten haben, macht zuversichtlich für die kommenden Aufgaben. Aus einem Drei-Tore-Rückstand haben wir einen Sechs-Tore-Vorsprung gemacht. Damit haben wir den Gegner beeindruckt“, resümierte HSV-Trainer-Altmeister Stefan Koska, der die variablere Bank als Grund für dem Heimerfolg seiner Mannschaft ausgemacht hatte, aber auch den Kontrahenten lobte.
„Die Altenburger sind keine Laufkundschaft. Sie haben eine starke Truppe beisammen, dürften meiner Meinung nach nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, meinte er. Man spürte die Erleichterung über den Auftaktsieg in seinen Worten. „Wir wussten nicht, wo wir stehen, konnten in den letzten beiden Vorbereitungswochen kein Testspiel mehr bestreiten, weil wir keinen Gegner gefunden haben“, erklärte er.
Trainer Koska verteilt Sonderlob an HSV-Torwart Vlasak
Ein Sonderlob verteilte Koska an Torwart Lukas Vlasak. „Er hat eine überragende Leistung abgeliefert und enorm viele frei Bälle, egal ob vom Kreis oder von den Außenpositionen pariert. Er war heute unser Sieggarant“, hatte der Coach ausgemacht. Auffällig war, dass alle drei Tschechen einen enormen Leistungssprung vollzogen hatten. Denn nicht nur Lukas Vlasak glänzte. Auch der erst 19-jährige Karel Kraus zerrte über die gesamte Spielzeit an den Ketten und avancierte mit sieben Treffern zum zweiterfolgreichsten Ronneburger Torschützer nach Mirko Alexy, der den Ball neunmal im Gehäuse der Skatstädter versenken konnte. Auch Rechtsaußen Tomas Böhm traf dreimal ins Schwarze.
Der Altenburger Trainer Patrick Schatz war mit dem Spielausgang verständlicherweise nicht zufrieden. „Nach einem starken Beginn haben wir es verpasst, uns selbst zu belohnen. Ich hatte mir hier schon etwas ausgerechnet. Am Ende sind wir an 21 Fehlwürfen gescheitert. Fünf klare Chancen mehr genutzt und wir spielen hier unentschieden. Und das ist eine machbare Quote. Spielerisch haben wir durchaus überzeugen können“, analysierte Patrick Schatz, der zuletzt den HSV Apolda in der Mitteldeutschen Oberliga betreut hatte.
Die Gäste aus der Skatstadt hatten lautstark unterstützt von den Anhängern des Red Block Altenburg eine vielversprechende Startphase hingelegt und den Ronneburger Gastgebern zunächst große Probleme bereitet. Mit 7:10 lagen die Hausherren nach einer knappen Viertelstunde zurück, drehten dann aber auf. Man spielte sich förmlich in einen Rausch, leistete sich bis zur Halbzeit kaum noch einen erfolglosen Angriff. Bis zur Pause zogen die HSV-Handballer bis auf 19:13 davon. Weiter absetzen konnte man sich aber nicht nicht. In der Schlussphase hätte es noch einmal eng werden können.
Doch Altenburg gelang es nicht, näher als bis auf fünf Tore heranzukommen. Der aus dem Rückraum lange Zeit überzeugende Robby Borngräber leistete sich drei Fehlwürfe in Serie.
Nach einer „durchwachsenen“ und nicht immer erfolgreichen Saison 2022/2023, verbunden mit dem 8. Platz in der Thüringenliga, blicken die Ronneburger Handballer nach vorn. Man will einiges besser machen und mit guten Leistungen erfolgreich „100 Jahre Handball in Ronneburg“ im Mai kommenden Jahres mitgestalten. Lassen wir dazu den Trainer der ersten Männermannschaft des HSV Ronneburg, Stefan Koska, zu Wort kommen.
Stefan, du hast eine lange Trainerlaufbahn hinter dir, hattest kurzzeitig deine Laufbahn beendet, wurdest wieder Trainer der 1. Männermannschaft und bist immer noch dabei,also Zeit, auch einmal deine Laufbahn Revue passieren zu lassen. Oder?
„Mal sehen, ob ich dies so aus dem Stehgreif zusammenbekomme. Ich habe 1965 im Jugend-bereich unter Leitung von Siegmar Mehl begonnen Handball zu spielen und bin dieser Sportart treu geblieben. Ich habe alle Altersklassen bis zum Männerbereich durchlaufen und gar in der damaligen DDR-Liga gespielt. 1992 habe ich meine aktive Laufbahn beendet und die Turnschuhe an den berühmten Nagel gehängt. Ab 1998 fungierte ich als Trainer im Nachwuchsbereich des HSV Ronneburg bis 2006. Parallel dazu trainierte ich die 2. Männermannschaft von 2002 – 2005. Von 2006 – 2008 übernahm ich kurzfristig die erste Mannschaft. Anschließend ging ich bis 2010 als Trainer nach Meerane. Und schließlich landete ich wieder beim HSV und coachte die Erste ab 2012 bis 2018, wobei der Thüringer Landesmeistertitel im Jahr 2017 zu den größten Erfolgen zählt. Danach wollte ich etwas kürzer treten. In den schwierigen Coronazeiten hat man mich dann aber gebeten, das Ruder der ersten Mannschaft wieder in die Hand zu nehmen. Mittlerweile haben wir die Saison 2023/2024 vor uns.“
Stefan, in der vergangenen Saison verlief leider nicht alles nach Plan, wie fällt dein Fazitheute dazu aus ?
„Wir waren uns von Beginn an im klaren, dass die Saison nicht leicht wird, da eine Reihe von Mannschaften Ambitionen für die vorderen Plätze hatten und sich teure „Einkäufe“ leisteten,wie zum Beispiel die SG Suhl/Goldlauter oder auch der Sonneberger HV, der Landesmeister wurde, den Aufstieg klar machte und Ende August seine Mannschaft aus der Mitteldeutschen Oberliga zurückzog. Ob das im Sinne des Handballsportes ist, wage ich zu bezweifeln.
Nach überstandener Coronakrise hatten wir mit der Tatsache zu kämpfen, dass wir oftmals nicht in Bestbesetzung antreten konnten bzw. Verletzungen zu beklagen hatten. Das machte sich natürlich in den Ergebnissen bemerkbar. Trotzdem muss ich eines loswerden. Die Mannschaft hat immer versucht dies wegzustecken und ging an seine Grenzen.
Wir sind mit 8:0 Punkten in die Saison gestartet und mussten danach sieben Niederlagen in Folge einstecken. Bis zum Ende der Saison kassierten wir weitere 6 Niederlagen, gewannen drei Mal und spielten zweimal Unentschieden. Besonders die Niederlagen im „Hexenkessel“ schmerzen. Mit Platz 8 sind wir zumindest „einstellig“ geblieben. Zufrieden sind wir mit der abgelaufenen Saison allerdings nicht.“
Eine der wichtigsten Fragen an den Coach, wie verlief die Vorbereitung ?
„Wir haben fleißig trainiert und gehen meines Erachtens gut vorbereitet in die am 16. September beginnende Saison. Die Spiele gegen die Oberligisten Sachsens, SG Germania Zwenkau und EHV Aue II, aber auch unser Trainingslager im August waren wichtige Standortbestimmung. Gern hätten wir in den letzten zwei Wochen noch das ein oder andere Testspiel absolviert, doch in Sachsen, Sachsen/Anhalt und MHV wird bereits am 02. September um Meisterschaftspunkte gespielt. Wir werden die verbleibende Zeit nutzen um noch „Kleinigkeiten“ im Angriffs- und Deckungsverhalten abzustellen.“
Das Gesicht der Mannschaft hat sich natürlich etwas verändert. Nach dem Ausscheiden bzw.Weggang von Christopher Stölzner und Tom Friedrich zum SV Hermsdorf, Lukas Winkler während der Saison ins Ausland und der Langzeitverletzung von Silvio Stölzner musste man sich schon Gedanken machen, wie das zu kompensieren ist. Wer sind die Zugänge?
„Aus unserer A-Jugend sind Fabian Ruderisch und Linus Högel in die I. Männermannschaft aufgerückt. Nach ½ jähriger Pause infolge einer Verletzung steht Konrad Steppeler wieder im Team. Aber auch Rico Stein stellt sich nach zweijähriger Pause wieder in den Dienst der Mannschaft. Zu guter letzt haben wir Ivan Mandic, einen Spieler aus Zagreb (Kroatien) verpflichten können. Somit sind wir, wenn man so will, auf allen Positionen gut besetzt und schauen zuversichtlich in die neue Saison.“
Ein Verein, eine Mannschaft kann nur in seiner Einheit und natürlich seinen Fans funktionieren. Was sagst Du zum Ronneburger „Hexenkessel“ und den Handballfans ?
„Für viele Ronneburger und Fans ist unsere Sporthalle am Samstag Abend das „zweite Wohnzimmer“ geworden. Man fühlt sich wohl und das soll so bleiben. Oder anders formuliert, der Ronneburger „Hexenkessel“ ist zu einem Inbegriff geworden.Bei der Lösung unserer Zielstellungen konnten wir immer auf die Unterstützung unsererHandballfreunde und Fans zählen. Unsere Gäste hatten, wenn man so will, Respekt vor unserem Team, den HSV – Fans und natürlich unserem „Hexenkessel“. Auch wenn dieser Nimbus in der vergangenen Saison etwas bröckelte, wollen wir zukünftig wieder im positiven Sinne von uns Reden machen. Und selbstverständlich wurden wir auch auswärts von vielen Ronneburgern und Fans tatkräftig unterstützt. Ich möchte an dieser Stelle allen Ronneburger „Handballverrückten“ und Fans herzlich Danke dafür sagen.“
Wie sieht die Zielstellung aus und was erwartest Du von dieser Saison?
„Wir wollen den HSV-Anhängern immer gute und spannende Spiele zeigen und uns gutpräsentieren. Wir sind in der Lage, spielerisch und mit Kampfgeist Spiele zu entscheiden und wollen dies unter Beweis stellen. Was die Zielstellung für die Saison 2023/2024 betrifft, strebenwir einen gesicherten Mittelfeldplatz an. Wir wollen unsere Heimspiele gewinnen und versuchenauch auswärts zu punkten. Das letzte Wort dazu hat jedoch die Mannschaft.“
Eine letzte Frage. Der Ronneburger Handball hat, wie wir wissen, eine lange Tradition. Am09. Mai 1924 wurde der Handballsport in unserer Stadt ins Leben gerufen. Die Handballerfeiern also im kommenden Jahr 100 Jahre. Kannst du uns schon einiges dazu sagen?
„Ich weiß, seit April diesen Jahres laufen die Vorbereitungen dazu. Unsererseits wollen wirHandball spielte. Jetzt ist Uwe Trainer in der 2. Bundesliga und coacht seit 2014 den Dessau-Roßlauer HV 06. Da auch die Dessauer eine lange Saison vor sich haben, sind wir gemeinsam noch auf Terminsuche. Auf alle Fälle liegt uns die Zusage vor und dieses Freundschaftsspiel wird anlässlich 100 Jahre Handball im Ronneburger „Hexenkessel“ stattfinden.“
Stefan, herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für die neue Saison.
Bleibt zu wünschen, dass der Ronneburger Handball im positiven Sinne weiter von sich Reden macht.