HSV zeigt Moral, muss sich am Ende aber deutlich geschlagen geben
Zum ersten Auswärtsspiel der neuen Oberliga-Saison 2026/27 gastierte der HSV Ronneburg am Sonntagnachmittag bei den Wölfen Erfurt in der Rieth-Sporthalle. Nach einer über weite Strecken umkämpften Partie musste sich unsere Mannschaft am Ende mit 32:24 geschlagen geben. Das Ergebnis fällt dabei deutlicher aus, als es der Spielverlauf insbesondere in den ersten 40 Minuten vermuten ließ.
Der HSV erwischte zunächst nicht den gewünschten Start. Erfurt ging mit 2:0 in Führung und hielt unsere Mannschaft in der Anfangsphase auf Abstand. Doch Ronneburg ließ sich davon nicht beeindrucken. Angeführt von einem in dieser Phase treffsicheren Oleksandr Blyzniuk arbeitete sich der HSV Tor um Tor heran. Aus einem 6:3 wurde innerhalb weniger Minuten ein 6:6, ehe Blyzniuk in der 19. Minute sogar erstmals zur 6:7-Führung für den HSV traf. Eine starke Reaktion unserer Mannschaft, die zeigte, dass sie auch nach einem schwierigen Beginn voll im Spiel war. Zudem erhielt Mirko Alexy in der 17. Minute eine rote Karte, was viele für eine zu harte Strafe empfanden.
In der Folge entwickelte sich eine intensive Begegnung. Erfurt konnte sich erneut auf drei Tore absetzen, doch der HSV blieb dran. Besonders in der Schlussphase der ersten Halbzeit bewies Ronneburg Moral: Nach dem 11:14 verkürzten Tom Severin und Christopher Eisenstein auf 13:14. Erst wenige Sekunden vor der Pause gelang den Gastgebern der Treffer zum 15:13-Halbzeitstand. Damit war nach 30 Minuten weiterhin alles offen.
Auch nach dem Seitenwechsel hielt der HSV zunächst den Anschluss. Tom Severin traf direkt zum 14:15, anschließend versuchten die Wölfe, sich Stück für Stück abzusetzen. Ronneburg kämpfte dagegen und kam durch Lucas Walzel und wieder Tom Severin in der 38. Minute noch einmal auf 18:20 heran. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt weiterhin völlig offen.
Dann folgte jedoch die Phase, die das Spiel letztlich entschied. Zeitstrafen brachten den HSV aus dem Rhythmus und Erfurt nutzte seine Möglichkeiten konsequent. Innerhalb weniger Minuten wuchs der Rückstand vom 18:20 auf 19:25 an. Gerade in dieser entscheidenden Phase fehlte Ronneburg die nötige Konsequenz, um den Lauf der Gastgeber zu stoppen. Zusätzlich machte sich die nicht optimale Chancenverwertung von der Siebenmeterlinie bemerkbar: Von sechs Strafwürfen konnte der HSV lediglich drei verwandeln.
Trotz des zunehmenden Rückstands gab sich unsere Mannschaft nicht auf. Adrian Kazmirski, Kyrylo Smielkov, Fabian Ruderisch und erneut Oleksandr Blyzniuk sorgten in der Schlussphase für weitere Ronneburger Treffer. Die Wölfe ließen sich den Vorsprung jedoch nicht mehr nehmen und bauten ihn bis zum Schlusspfiff auf 32:24 aus.
Bester Ronneburger Torschütze war Oleksandr Blyzniuk mit sieben Treffern. Dahinter folgten Tom Severin mit vier und Kyrylo Smielkov mit drei Toren. Je zweimal trafen Karel Kraus, Lucas Walzel und Adrian Kazmirski.
Auch wenn am Ende eine deutliche Niederlage auf der Anzeigetafel steht, kann der HSV vor allem aus den ersten rund 40 Minuten Positives mitnehmen. Nach einem schwierigen Start kämpfte sich die Mannschaft zurück, übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung und war bis zum 18:20 in Schlagdistanz. Entscheidend wird es nun sein, diese guten Phasen über die gesamte Spielzeit zu stabilisieren, technische Fehler und Zeitstrafen zu reduzieren und die eigenen Chancen konsequenter zu nutzen.
Die Saison ist noch jung und auch solche Spiele gehören zum Entwicklungsprozess einer Mannschaft. Jetzt heißt es: analysieren, weiterarbeiten und gemeinsam die richtige Reaktion zeigen. GLÜCK AUF – HAU DRAUF!