SV Hermsdorf – HSV Ronneburg 25:25

Punkteteilung in einem dramatischen Derby

Hermsdorfs Stefan Riedel (Mitte) kommt am Kreis zwischen den Ronneburgern André Stölzner, Mirko Alexy und Kyrylo Smielkov (von links) zum Wurf. Bild: Jens Lohse

HSV Ronneburg entführt in der Thüringer Handball-Oberliga verdient einen Punkt aus Hermsdorf. Spannender hätte es dabei kaum sein können.

Die Spannung war in der vollbesetzten Hermsdorfer Werner-Seelenbinder-Halle auf dem Siedepunkt. Sechs Sekunden vor Schluss bekam der HSV Ronneburg beim Stand von 25:24 für den SV Hermsdorf einen Siebenmeter zugesprochen. Kevin Elsässer-Pech hatte den durchgebrochenen André Stölzner gefoult und dafür die Rote Karte gesehen.

Ronneburgs Routinier Rico Stein schnappte sich den Ball in aller Seelenruhe. Noch ein kurzes Wort zu Gastgeber-Torwart Robert Zehmisch und in Eisvogel-Manier versenkte der einstige Geraer Post SV-Spieler den Ball zum 25:25 unter der Latte. Den Hausherren blieben noch vier Sekunden und eine Auszeit, was aber nicht reichte, um die Gäste nochmals in Not zu bringen.

„Die Halle war voll. Es gab viele Emotionen. Die Spieler kennen sich seit Jahren. Am Ende ist das Unentschieden gerecht. Rico Stein hat sehr gut Regie geführt. Aber letztlich hat jeder seinen Teil dazu beigetragen, dass wir hier einen Punkt entführen konnten“, resümiert Ronneburgs Trainer Christian Szlapka, der diesmal allein für das Team verantwortlich zeichnete, weil Silvio Stölzner im Urlaub weilte.

Ronneburg scheint bereits auf der Siegerstraße

Während Hermsdorfs Trainer Tobias Högl über den Ausgang der Partie nicht glücklich war und schnell in der Kabine verschwand, gab Routinier Stefan Riedel Auskunft: „Wir sind nicht ganz zufrieden. Aber die Punkteteilung geht in Ordnung. Ich liebe die Spiele gegen Ronneburg. Da geht es immer äußerst intensiv zur Sache. Mit dem Unentschieden können wir leben. Den Zuschauern hat es auch gefallen. Die Stimmung in der Halle war super.“

Von Anfang an lebte die Begegnung von der Spannung. Hermsdorf musste auf Oleksandr Petrov und Felix Reis verzichten. Bei Ronneburg stand Karel Kraus wegen Rückenproblemen nicht zur Verfügung. Beide Teams agierten auf Augenhöhe, leisteten sich aber auch viele Fehler. Neunmal ging es vor der Pause über Gleichstand.

Kreisläufer Kyrylo Smielkov brachte die Gäste kurz vor der Halbzeit beim 10:11 in Führung. Ronneburg schien nach Wiederbeginn das Zepter zu übernehmen. Beim 11:14 und 17:20 war man auf drei Treffer enteilt. Doch Hermsdorf schlug zurück. Treffer von Kevin Elsässer-Pech und ein Hattrick von Hannes Rudolph wendeten das Blatt binnen fünf Minuten zum 21:20. Es blieb dramatisch.

Während in der Schlussphase auf Gastgeber-Seite Giga Zarnadze Verantwortung übernahm, tat dies auf Ronneburger Seite Rico Stein, der sich mit zehn Toren zum überragenden Spieler auf dem Feld aufschwang.

Text & Bild: Jens Lohse

▶️Spielbericht des THV

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