Hexenkessel bebt: HSV Ronneburg entscheidet Endspiel gegen Weimar für sich und feiert Klassenerhalt

Im letzten Saisonspiel der Thüringer Oberliga kam es in Ronneburg zu einem echten Endspiel um den Klassenerhalt. Vor einer randvollen Kulisse im Ronneburger „Hexenkessel“ empfing der HSV Ronneburg den HSV Weimar. Die Ausgangslage war dramatisch: Weimar reiste mit 12:32 Punkten als Tabellenzehnter an, Ronneburg lag mit 11:33 Punkten direkt dahinter auf Platz elf. Klar war vor dem Anpfiff: Der Verlierer würde die Saison auf dem vorletzten Tabellenplatz beenden und müsste damit in die Relegation.
Die Bedeutung dieser Partie war von der ersten Minute an in der gesamten Halle spürbar. Beide Fanlager sorgten für eine unglaubliche Atmosphäre und verwandelten den „Hexenkessel“ in eine brodelnde Handballarena. Besonders erfreulich: Trotz aller Spannung und Emotionen präsentierten sich auch die zahlreichen Gästefans aus Weimar absolut fair. Beide Fanlager gaben einfach alles, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Über die Konfettikanonen schauen wir am letzten Spieltag mit einem Lächeln hinweg ;). Die Stimmung auf den Rängen war überragend und eine wahnsinnige Werbung für den Handballsport in Thüringen.
Angetrieben von den eigenen Fans erwischte der HSV Ronneburg den besseren Start. Vor allem Mirko Alexy übernahm früh Verantwortung und brachte die Hausherren schnell in Führung. Über 3:1 und 7:3 setzte sich Ronneburg zunächst deutlich ab. Doch Weimar zeigte, warum es sich bis zuletzt über dem Strich gehalten hatte, und spielte seinen gewohnt schnellen und dynamischen Handballstil. Mit viel Tempo und schnellem Umschaltspiel kämpften sich die Gäste Mitte der ersten Halbzeit wieder auf 7:6 heran.
In dieser kritischen Phase bewahrte der HSV Ronneburg jedoch die Ruhe. Die Mannschaft agierte konzentrierter und konsequenter, machte insgesamt weniger Fehler und arbeitete stark in der Defensive. Gleichzeitig wurden die eigenen Chancen effektiv genutzt. Bis zur Pause konnte der Vorsprung wieder ausgebaut werden und mit einer verdienten 16:12-Führung ging es in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie intensiv und emotional. Ronneburg erhöhte zwischenzeitlich auf 19:13 und schien das Spiel unter Kontrolle zu haben. Doch Weimar gab sich keineswegs geschlagen. Angeführt vom starken Elmar Begand kämpften sich die Gäste noch einmal zurück und verkürzten beim 22:21 plötzlich auf nur noch ein Tor.
Der „Hexenkessel“ stand nun endgültig Kopf. Doch genau in dieser entscheidenden Phase zeigte der HSV Ronneburg Charakter. Die Mannschaft hielt dem enormen Druck stand und fand immer wieder die passenden Antworten. Vor allem Mirko Alexy, der insgesamt zwölf Treffer erzielte, übernahm Verantwortung. Auch Kyrylo Smielkov, Oleksandr Blyzniuk und Justin Glöditzsch setzten wichtige Akzente in der Offensive.
In den Schlussminuten brachte Ronneburg die Führung schließlich mit großem Kampf über die Zeit und sicherte sich mit dem 28:25-Erfolg den enorm wichtigen Sieg im entscheidenden Saisonfinale. Eine starke Mannschaftsleistung wurde am Ende mit einem verdienten Heimsieg belohnt.
Nach dem Abpfiff kannte der Jubel im Ronneburger „Hexenkessel“ keine Grenzen mehr. In einem Spiel, das an Spannung, Atmosphäre und Leidenschaft kaum zu überbieten war, zeigte sich einmal mehr, was den Thüringer Handball ausmacht. Dieses Saisonfinale war Werbung pur für unseren Sport.
Gleichzeitig gratuliert der HSV Ronneburg dem HSV Apolda herzlich zur Thüringenmeisterschaft und zum verdienten Aufstieg in die Mitteldeutsche Oberliga.