
Gebrauchter Tag in Jena
Schwere Verletzung überschattet deutliche Niederlage
Mit einer deutlichen 29:42-Niederlage mussten wir am Sonntagnachmittag die Heimreise vom HBV Jena 90 antreten. Dabei fanden wir über die gesamte Spielzeit kaum ein Mittel gegen das schnelle Angriffsspiel der Gastgeber. Doch viel schwerer als die sportliche Enttäuschung wiegt die schwere Verletzung von Adrian, der sich bereits in der ersten Halbzeit einen offenen Daumenbruch zuzog.
Schon vor der Partie war uns bewusst, welche schwere Aufgabe auf uns zukommen würde. Die junge Mannschaft aus Jena ist bekannt für ihr hohes Tempo und ihre konsequenten Eins-gegen-eins-Aktionen. Darauf hatten wir uns im Training vorbereitet, doch auf dem Spielfeld gelang es uns von Beginn an nicht, die Gastgeber entscheidend zu stoppen.
Nach einem zunächst noch ausgeglichenen Beginn bis zum 2:2 übernahmen die Jenaer zunehmend die Kontrolle. Innerhalb weniger Minuten zogen die Gastgeber auf 6:2 davon. Auch unsere erste Auszeit beim Stand von 8:3 brachte nicht die erhoffte Wende. Während Jena immer wieder mit schnellen Angriffen und konsequenten Abschlüssen erfolgreich war, fanden wir in der Defensive kaum Zugriff. Über 12:4 und 15:7 wuchs der Rückstand weiter an. Bereits zur Halbzeit lagen wir mit 18:9 deutlich zurück.
Unsere Abwehr war an diesem Nachmittag einfach zu offen und ließ den Gastgebern zu viele Räume. Immer wieder ermöglichten wir Jena einfache Treffer, ohne selbst ausreichend Gegenwehr leisten zu können. Dabei zeigte unser Torhüter trotz der vielen Gegentore eine starke Leistung und verhinderte mit zahlreichen Paraden einen noch höheren Rückstand.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spielverlauf wenig. Jena hielt das Tempo hoch und baute die Führung über 25:12 und 30:16 weiter aus. Zwischenzeitlich betrug der Rückstand sogar 17 Tore. Immerhin gelang es uns in der Schlussphase, offensiv noch einige Akzente zu setzen und das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten. Am deutlichen 29:42-Endstand änderte das jedoch nichts.
Bereits im Vorfeld stand die Begegnung unter schwierigen Vorzeichen. Mehrere Spieler waren krankheitsbedingt ausgefallen oder angeschlagen, was sich auch auf die Trainingswoche ausgewirkt hatte. Dennoch soll das keine Entschuldigung für unsere Leistung sein. Wir fanden an diesem Nachmittag einfach nicht zu unserem Spiel.
Trotzdem gab es auch einige positive Ansätze. Besonders unsere Außenspieler überzeugten mit einer hundertprozentigen Chancenverwertung. Auch einzelne gute Angriffsaktionen und die starke Torhüterleistung zeigten, dass an diesem Tag nicht alles schlecht war. Insgesamt waren wir jedoch zu weit von unserer gewohnten Leistungsfähigkeit entfernt, um Jena ernsthaft gefährden zu können.
Viel schlimmer als die Niederlage traf uns die schwere Verletzung von Adrian. Bereits in der ersten Halbzeit zog er sich einen offenen Bruch am rechten Daumen zu und musste zur weiteren Behandlung ins Klinikum gebracht werden. Dort wurde er inzwischen operiert.
Ein besonderer Dank gilt Dr. Stanek vom HBV Jena 90 und unserer Nadine, die sich unmittelbar um Adrian kümmerten und schnelle medizinische Hilfe leisteten. Diese unkomplizierte und sportlich faire Unterstützung wissen wir sehr zu schätzen.
Lieber Adrian, wir wünschen dir von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung! Wir hoffen, dass du bald wieder bei uns sein kannst.
Nach dem Schlusspfiff war allen Beteiligten bewusst, dass wir einen komplett gebrauchten Tag erwischt hatten. Dennoch blieb die Stimmung innerhalb der Mannschaft trotz der deutlichen Niederlage gut. Jeder wusste, dass wir an diesem Nachmittag weit unter unseren Möglichkeiten geblieben waren. Dieses Spiel müssen wir abhaken und gemeinsam nach vorne schauen.
Bereits ab Dienstag richtet sich unser voller Fokus auf die nächste Auswärtsaufgabe. Beim Tabellenletzten in Mühlhausen wollen wir ein anderes Gesicht zeigen und zwei Punkte mit nach Ronneburg bringen. Dafür müssen wir vor allem in der Abwehr wieder deutlich kompakter und konsequenter auftreten. Die Niederlage in Jena ist ärgerlich, doch wir wissen auch, dass in den kommenden Wochen wichtige Spiele auf uns warten, in denen wir punkten müssen.