
Mit Ersatztorwart Gergely Horvath kommt der HSV Ronneburg zurück
HSV Ronneburg dominiert, doch das Derby gegen LSV Ziegelheim kippt. Alexy und Harles im Fokus.
Es war eines der Derbys, dem es an nichts fehlte, das zeigte, warum die Anhänger beider Lager den Handballsport zu ihrer Lieblingssportart auserkoren haben. An Spannung und Dramatik war die Partie nicht zu überbieten.
Der HSV Ronneburg legt einen Blitzstart hin
Der HSV Ronneburg hatten einen Blitzstart erwischt, führte nach 16 Minuten mit 10:2. Die Partie schien schon entschieden. Bis zum 20:12 (35.) konservierten die Hausherren den Vorsprung. Aber der LSV Ziegelheim gab sich nicht geschlagen. Spieler und Fans spürten, dass die Begegnung noch nicht verloren war.
Und so rappelte sich der LSV Ziegelheim auf, holte angeführt vom am Ende 16-fachen Torschützen Max Harles alles heraus. Auch von Rückschlägen ließ man sich nicht entmutigen. Nach einem Hattrick von Max Harles schien man sich beim 30:29 (56.) die Ronneburger wie einen taumelnden Boxer in die Ecke gestellt zu haben. Aber der HSV Ronneburg mobilisierte ebenfalls alle Kräfte.
Rico Stein und Mirko Alexy führen die jungen Wilden
Die Routiniers Rico Stein und Mirko Alexy, der mit seinen 14 Toren das Gegenstück zu Max Harles ablieferte, führten die jungen Wilden. Man zog den Kopf wieder aus der Schlinge. Der zwischen die Pfosten gerückte Ersatztorwart Gergely Horvath wuchs über sich hinaus, parierte viele Bälle von den Außenpositionen und heizte so den Hexenkessel an, der die abermalige Wende nach dem 34:30 (60.) durch Mirko Alexy mit den traditionellen „Derbysieger, Derbysieger“-Rufen feierte.
Was der Ronneburger Trainer Silvio Stölzner zum Derby sagt
„Wir haben einen überragenden Start hingelegt. Eine bärenstarke Abwehr, dazu vorn einfache Tore – das war genau das, worauf wir im Training in der Woche Wert gelegt hatten. Aber mir war klar, dass wir auf diesem Niveau nicht durchhalten könnten. Ziegelheim hat sich gesteigert, sich zurück in die Partie gekämpft. Wir sind bei uns geblieben, haben nicht über Schiedsrichter-Entscheidungen diskutiert. Die Atmosphäre in der Halle war unbeschreiblich. Als der bis dahin starke Lukas Vlasak kaum noch einen Ball zu fassen bekam, haben wir uns für einen Wechsel entschieden. Gergely Horvath hatte die Woche über gut trainiert und hat das in ihn gesetzte Vertrauen mit seinen Paraden zurückgezahlt. Das sind die Geschichten, die ein Derby schreibt“, resümierte Ronneburgs Trainer Silvio Stölzner zufrieden.
Während sich sein Gegenüber Torsten Urwank nicht äußern wollte, sprang LSV-Torjäger Max Harles in die Bresche: „Wir haben uns gut zurückgekämpft. Aber der Rucksack war zu schwer. Die Aufholjagd hat Kraft gekostet. Das hat man gespürt. Diese Kraft hat in der Schlussphase gefehlt. Am Ende standen drei 21-Jährige bei uns auf der Platte. Da fehlen Erfahrung und Cleverness. Einer wie Mirko Alexy ist mit allen Wassern gewaschen. Aber trotzdem: Wir müssen nicht enttäuscht sein!“
Ronneburger Anhänger freuen sich auf das Derby gegen den SV Hermsdorf
Der Ronneburger Spielmacher Rico Stein war zufrieden. „Vor einem halben Jahr hätten wir solch ein Spiel wahrscheinlich verloren. Aber die jungen Spieler reifen und werden immer besser. Das braucht Zeit, aber wird Früchte tragen. Denn irgendwann wollen die Alten auch mal aufhören“, verriet er.
Nächste Woche wartet bereits das nächste Derby. Nach den Siegen in Jena und gegen Ziegelheim soll nun der SV Hermsdorf vom Thron gestoßen werden. Die Ronneburger Fans freuen sich schon drauf.
Text & Bild: Jens Lohse