Unnötige Heimniederlage gegen Weimar
Nach unserem Derbysieg gegen Ziegelheim und dem hart erkämpften Unentschieden gegen Sonneberg wollten wir unsere positive Entwicklung fortsetzen und im vierten Heimspiel in Folge weitere Punkte sammeln. Doch daraus wurde nichts. Gegen den HSV Weimar mussten wir uns am Samstagabend mit 26:29 (11:14) geschlagen geben. Eine unnötige Niederlage, denn die Begegnung war über weite Strecken eng und durchaus zu gewinnen. Doch fehlende Konsequenz in der Abwehr, eine schwache Chancenverwertung und zu viele einfache Fehler verhinderten einen weiteren Punktgewinn.
Wir fanden nur schwer in die Begegnung. Während Weimar von Beginn an konzentriert agierte und seine Möglichkeiten nutzte, wirkten wir insbesondere im Angriff häufig gehemmt. Die Leichtigkeit, die unser Spiel in den vergangenen Begegnungen phasenweise ausgezeichnet hatte, war an diesem Abend kaum zu erkennen. Auch defensiv gelang es uns nicht, den nötigen Zugriff zu bekommen und die Gäste entscheidend unter Druck zu setzen. So übernahm Weimar früh die Führung und setzte sich zunächst auf 1:4 und wenig später auf 2:5 ab.
Zwar kämpften wir uns zwischenzeitlich auf 4:5 heran, doch Weimar hatte immer wieder die passende Antwort. Überhaupt gelang es uns während der gesamten Begegnung nicht, dem Gegner unser eigenes Spiel aufzuzwingen. Statt selbst das Tempo und den Rhythmus zu bestimmen, mussten wir immer wieder auf die Aktionen der Gäste reagieren. Besonders konsequent nutzte Weimar dabei die schnelle Mitte, setzte uns unmittelbar wieder unter Druck und ließ uns kaum Zeit, unsere Abwehr zu organisieren. So gelang es den Gästen immer wieder, unsere Anschlusstreffer umgehend zu beantworten und unseren Spielfluss zu unterbrechen. Trotz aller Bemühungen blieben wir stets in der Rolle des Verfolgers. Beim Stand von 11:14 ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten wir uns zunächst besser. Mit mehr Entschlossenheit im Angriff arbeiteten wir uns Schritt für Schritt zurück ins Spiel. Aus einem zwischenzeitlichen 11:15 wurde zunächst ein 16:17, ehe wir beim 20:20 in der 45. Minute erstmals seit dem 1:1 wieder den Ausgleich herstellen konnten. Unsere Aufholjagd zeigte, dass wir durchaus in der Lage waren, mit den Gästen mitzuhalten. Wir investierten viel, um Rückstände aufzuholen, konnten uns für diesen Aufwand aber nicht ausreichend belohnen.
Auch nach dem Ausgleich gelang es uns nicht, erstmals selbst in Führung zu gehen. Weimar legte immer wieder einen Treffer vor, wir glichen aus. Beim 23:23 knapp elf Minuten vor dem Ende war die Partie weiterhin völlig offen. Gerade in dieser Phase hätten wir das Spiel auf unsere Seite ziehen können. Doch statt die Begegnung endgültig zu drehen, häuften sich erneut die Fehler. Besonders bitter war eine Überzahlsituation in der entscheidenden Spielphase, die wir nicht nur ungenutzt ließen, sondern durch leichtfertige Ballverluste sogar mit 0:2 verloren. Anstatt unsere personelle Situation auszuspielen und selbst die Initiative zu übernehmen, machten wir es dem Gegner durch unnötig weggeworfene Bälle zu einfach. Solche Situationen können in engen Spielen den Ausschlag geben und waren an diesem Abend sinnbildlich für unseren Auftritt.
Auch in der Schlussphase fehlte uns die nötige Konsequenz. Nach dem 24:25 in der 54. Minute bot sich uns per Siebenmeter die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich. Doch der Strafwurf blieb ungenutzt. Weimar erhöhte anschließend auf 24:26 und wenig später auf 24:27. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Trotz einer weiteren Auszeit und aller Bemühungen gelang es uns nicht mehr, die Partie zu drehen. Am Ende stand eine enttäuschende 26:29-Heimniederlage.
So ärgerlich die Niederlage auch ist, wir dürfen sie nicht allein auf die Schlussminuten reduzieren. Vielmehr müssen wir uns fragen, warum es uns über die gesamte Spielzeit nicht gelang, dem Gegner unser eigenes Spiel aufzuzwingen.
In der Defensive fehlte uns häufig der notwendige Zugriff, während unser Angriff über weite Strecken zu statisch und gehemmt wirkte. Die sonst vorhandene Leichtigkeit war kaum zu erkennen. Viele Aktionen wirkten mühsam, klare Torchancen wurden nicht konsequent genutzt. Gerade die Chancenverwertung entwickelte sich zu einem entscheidenden Faktor. Mit einer derart hohen Anzahl von Fehlern wird es schwer, solch ein Spiel in der Oberliga für sich zu entscheiden.
Bereits gegen Sonneberg hatten wir Schwierigkeiten, unsere Möglichkeiten konsequent zu nutzen und eine zwischenzeitliche Führung auszubauen. Gegen Weimar setzte sich dieses Problem fort. Hinzu kamen zwei vergebene Siebenmeter bei insgesamt acht Versuchen. Besonders der Fehlwurf in der Schlussphase wog schwer.
Auch die unnötigen Ballverluste in Überzahl müssen wir kritisch ansprechen. Gerade in engen Begegnungen sind solche Situationen eine Gelegenheit, das Spiel auf die eigene Seite zu ziehen. Stattdessen schenkten wir dem Gegner einfache Möglichkeiten und brachten uns damit selbst um den Lohn unserer zuvor geleisteten Aufholarbeit.
Den Einsatz und den Kampfgeist können wir unserer Mannschaft sicherlich nicht absprechen. Wir gaben uns auch nach Rückständen nicht auf und kämpften uns mehrfach zurück. Allerdings darf unser kämpferischer Einsatz nicht darüber hinwegtäuschen, dass an diesem Abend spielerisch vieles nur Stückwerk blieb. Es fehlten die Selbstverständlichkeit im eigenen Angriffsspiel, die notwendige Stabilität in der Abwehr und vor allem die Konsequenz im Abschluss.
Nach unserem Derbysieg gegen Ziegelheim und dem Unentschieden gegen Sonneberg wollten wir unseren positiven Trend bestätigen. Stattdessen mussten wir gegen Weimar einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Gerade vor heimischem Publikum ist diese unnötige Niederlage besonders ärgerlich, zumal wir ausreichend Möglichkeiten hatten, die Begegnung für uns zu entscheiden.
Unterm Strich bleibt eine unnötige Niederlage gegen einen Gegner, der keineswegs übermächtig war. Wir hatten ausreichend Gelegenheiten, die Partie zu drehen, ließen diese jedoch zu häufig ungenutzt. Wenn wir in einem engen Spiel derart viele Chancen liegen lassen, in entscheidenden Momenten leichtfertig den Ball verlieren und defensiv nicht konsequent genug agieren, dürfen wir uns am Ende über eine Niederlage nicht wundern.
Am 25. Oktober 2026 reisen wir zum HBV Jena 90. Auch diese Aufgabe wird alles andere als einfach. Die junge Truppe von der Saale wird uns einiges abverlangen. Umso wichtiger ist es, dass wir bis dahin unsere Fehler aufarbeiten und vor allem wieder zu mehr Sicherheit und Leichtigkeit in unserem Spiel finden. Mit einer konzentrierten Leistung über die gesamten 60 Minuten wollen wir wieder punkten und zeigen, dass wir aus der Niederlage gegen Weimar die richtigen Lehren gezogen haben.
📷 Bilder: Philip Klemm / pk oksch photography / instagram.com