
Bann gebrochen
Handball-Ekstase in Altenburg: Warum die Gäste zwischenzeitlich zu dritt auf dem Feld stehen
Altenburg. Dieses Ost-Derby in der Handball-Thüringenliga war nichts für schwache Nerven. Im Goldenen Pflug geht für den HSV Ronneburg gegen Aufbau Altenburg eine Leidenszeit zu Ende.
Handball-Thüringenligist HSV Ronneburg hat im siebten Anlauf seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Im Derby beim SV Aufbau Altenburg landeten die Gäste in der Sporthalle Goldener Pflug vor einer ordentlichen Kulisse einen 32:30 (14:12)-Auswärtssieg, der allerdings viel höher hätte ausfallen können.
Zumindest lagen die Ronneburger sieben Minuten vor Spielende noch mit 28:19 vorn. Als die Skatstädter dann in ihrer Verzweiflung in der Abwehr auf Manndeckung umstellten, gerieten die HSV-Handballer doch noch in Bedrängnis. Nach Zwei-Minuten-Strafen für Kyrylo Smielkov und André Stölzner sowie einer Roten Karte gegen Christopher Eisenstein standen die Gäste zwischenzeitlich mit nur drei Spielern auf der Platte, was die Altenburger bestraften.
Näher als zwei Tore kommt Altenburg nicht heran
Näher als auf zwei Tore kam die Aufbau-Sieber aber nicht mehr heran. „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht wider. Wir waren die deutlich bessere Mannschaft, hatten Altenburg vorn und hinten über weite Strecken im Griff. Erst gegen die Manndeckung haben wir Probleme bekommen. Da waren wir nicht clever genug, haben die schnellen Spieler zu wenig eingesetzt“, resümiert HSV-Trainer Silvio Stölzner. Er ergänzt, dass die zwei Zähler nicht nur gut fürs Punktekonto, sondern auch für den Kopf sind.
Während bei den Altenburgern Michael Habauer (8) und Lucas Walzel (6) am treffsichersten waren, trumpfte bei den Gästen Mirko Alexy mit elf Toren auf, darunter drei Siebenmetern. Ihm kaum nach standen die Ukrainer Oleksandr Blyzniuk und Kyrylo Smielkov, die beide jeweils sieben Treffer bejubeln durften.
In der Thüringenliga-Tabelle schoben sich die Ronneburger an den Altenburgern vorbei auf Rang zehn. Am nächsten Samstag empfängt man die Wölfe Erfurt, die ebenfalls in der unteren Tabellenhälfte angesiedelt sind. Vielleicht können die Ronneburger gegen die Landeshauptstädter mit dem wiedergefundenen Selbstvertrauen nachlegen.
Text & Bild: Jens Lohse